News * Kunst + Unterhaltung
stellysee - News, Kunst und Unterhaltung

30. April 2021

DHL mit neuem Standort

Auf einer Fläche von 67.000 Quadratmetern errichtet die DHL im bayerischen Aschheim das größte Paketzentrum Deutschlands. Mitte der Woche wurde mit dem Bau begonnen, 2022 soll es fertiggestellt werden. 500 neue Arbeitsplätze sollen dabei entstehen. Beim Bau setzt der Logistiker außerdem einen besonderen Fokus auf die Nachhaltigkeit. So bekommt das Gebäude eine Photovoltaikanlage und eine partielle Dachbegrünung zur Wärmedämmung. (sbs) 

Memevorlage "Disaster Girl" bringt 340.000 Euro
Als sie vier war, fotografierte ihr Vater Zoe Roth vor einem brennenden Haus. Ihr Lächeln wurde zum Webhit, Internetnutzer montierten es in unzählige Unfallfotos. Jetzt hat Roth das Originalbild als NFT versteigert. (Spiegel)

Ippen schickt Bier- und Dirndlfans in die Wüste
Der ehemalige Münchner Szenewirt Dirk Ippen und der Schausteller Charles Blume planen ein Oktoberfest in Dubai. Doch die kuriose Idee stößt auf wenig Gegenliebe. (SZ)

"Endlich Frühling" zwitschern die Vögelchen im Blätterwald sitzend, derweil fordert Jan Josef Kiefers Verdopplung von Künstlergehältern. Night, day, Sonnenschein ... ach wie schön war Panama oder Ressortleiter bitte zum Drogentest! (ChätdaNews)

26. April 2021

Berauschte Amis

"Der Rausch" verdreht Amis den Kopf 

Auch der europäische Film begeisterte die Amerikaner bei der gestrigen 93. Oscarverleihung so sehr, dass sie dem dänischen Drama „Der Rausch“ von Thomas Vinterberg einen Oscar als bester internationaler Film verleihen. Der Plot:: durch System und Alltag frustrierte Lehrer kommen auf die Idee, künftig ihre Schüler:innen nur noch mit einem bestimmten Alkoholpegel zu unterrichten. Das Experiment dieser speziellen Entspannungsübung scheint zu funktionieren. Nicht nur die Lehrer selbst haben wieder großen Spaß am Unterricht, auch die Schüler:innen sind begeistert. Endlich macht lernen wieder großen Spaß, eine Form von Leichtigkeit weht von nun an durch den Klassenraum. Erst als aus Spaß am Trinken Sucht werden könnte, dreht das Experiment. Das Ende. Vorhersehbar.

12. April 2021

Gedanken sind frei

Würden sie Hamlet, König Lear oder Don Carlos im Fernsehen als Teaterinszenierung anschauen wollen? Bestimmt - nicht. Doch eine Studie vom Grimme-Instituts belegt nun anscheinend Gegenteiliges. Laut Grimme wollen deutsche TV-Zuschauer:innen bei ARD und ZDF weniger "leichte Unterhaltung und mehr Kultur im Unterhaltungsbereich" sehen, so ein Zwischenergebnis der Befragung. Außerdem wünschen sich die Befragten "mehr hochwertige Dokumentationen zu attraktiveren Sendezeiten". (sz)

Was sind ihre Wünsche an die Programmdirektorin der ÖRA? 
Schreiben Sie uns. Auch Ideen für neue Fernsehproduktionen sind willkommen. 




8. April 2021

Schlagzeilen :

 Schlagzeilen aus aller Welt

Wolken über Einheimischen

Wolken ziehen über Hummelsta, einer schwedischen Stadt mit 1000 Einwohnern, die seit einem Jahrzehnt keine Geschäfte mehr hat

Bloss ein Solarium, in dem sich paar wenige sonenhungrige Einheimische bruzzeln lassen, und sich mit ihrem Fingerabdruck einloggen. Personal gibts auch hier schon lang nicht mehr. Dank intelligenter Technik. Nur eine Gardine ziert das Fenster des kleinen Lädchens.

Aber ein Dörfler hat schließlich auch Hunger. Nicht nur nach künstlichem  Sonnenschein.

Seit Dezember bietet nun ein roter Holzcontainer von der Größe eines Mobilheims eine Rettungsleine. Es ist ein Mini-Supermarkt, auf den die Einheimischen rund um die Uhr zugreifen können.

"Wir hatten hier in der Zeit, in der wir hier waren, keine Geschäfte, und das jetzt zu bekommen ist perfekt", sagt Emma Lundqvist, die vor drei Jahren mit ihrem Freund nach Hummelsta gezogen ist. "Sie müssen nicht in die Stadt, um dieses kleine Zeug zu kaufen", fügt sie hinzu und zeigt auf das Päckchen Speck, nach dem sie gesucht hat.


Es gibt eine große Auswahl an Lebensmitteln, von frischem Obst und Gemüse bis zu schwedischen Grundnahrungsmitteln wie gefrorenen Fleischbällchen, knusprigem Brot und Waffelriegeln. Aber auf Personal oder Kassen wird verzichtet. Wer reinwill. Lockt sich über eine APP ein. Mit der wird auch gescannt und bezahlt. Kinderleicht. 


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Gern, hören Sie diesen Song und dann wird alles klar. 


6. April 2021

Er regt an

CDU-Chef Laschet regt einen "Brückenlockdown" an, bis viele Menschen gegen das Corona-Virus geimpft sind. Er landet damit ganz klar bei Forderungen des strengen Epidemologen Heiner Lauterbach. Die Männer sehnen sich nach mehr Durchschlagskraft politischer Entscheidungen und öffnen somit Türen für wirkungsvolle Maßnahmen im Kampf gegen den weltweiten Virus. Ob dieser Vorstoß seinen Weg zu politischen Entscheidern findet, bleibt mal wieder abzuwarten. 




Sprayen statt spritzen

Gegen Grippe gibt es bereits Impfstoffe, die als Nasenspray verabreicht werden. Ließe sich auch ein Corona-Impfstoff als Nasenspray entwickeln?

Daran wird geforscht, und ich glaube, dass so etwas kommen wird. Ein Nasenspray hätte den Vorteil, dass man als Geimpfter mit hoher Wahrscheinlichkeit das Corona-Virus nicht mehr übertragen kann. Weil der Impfstoff genau dort hingelangt, wo sich das Virus vermehrt, nämlich im Nasen-Rachen-Raum, und dort eine lokale Immunantwort aufbaut. Aber die Entwicklung ist recht kompliziert, weil im Rachenbereich schwer zu messen ist, wie stark die Immunantwort ausfällt. Außerdem gelangt das Nasenspray nah ans Gehirn, und da möchte man keine Nerven zerstören. Der Influenza-Nasenspray-Impfstoff ist aber sehr sicher, er funktioniert schon heute sehr gut und wird vor allem bei Kindern verwendet, sehr häufig in den USA, aber durchaus auch in Deutschland.

Das sagt der österreichische Virologe Florian Krammer im Gespräch mit Geoer hat eine Professur für Impfstoffkunde in der Abteilung für Mikrobiologie an der Icahn School of Medicine.


3. April 2021

Er hat sich stets bemüht

So, einer der höchsten kirchlichen Feiertage ist angekommen im Sozialstaat. Man fragt sich bei dieser Gelegenheit, ob man sein Auto mit wirtschaftlichem Totalschaden nochmals in der Werkstatt aufbocken lässt oder die Kiste besser gleich abschreibt. Und ein neues Vehikel vor die Tür stellt. Antwort fällt leicht. Schließlich ist ein Auto kein Reperatur bedürftiger Mensch oder wirtschaftlicher Totalschaden. 

Ein Mensch ist ein Mensch ist ein Mensch. 

Doch was denken sie, wenn sie die folgende Geschichte lesen. Fehler im System? Systemische Schwäche? Bismarck würde sich im Grab umdrehen? 

Lesenswert: Wie er  so  dasitzt,  vor  seinem Laptop,  im  Dachgeschoss-Zimmer  seiner  WG,  ein Bett,  ein  Schrank,  ein Buch, „Lexikon der Ausbildungsberufe“,  sonst  nichts,  keine  Pflanzen, kein Teppich, keine Bilder. Und mittendrin  dieser  Mann,  der  aussieht,  als  schreitet  die  Zeit gnadenlos  voran  und  er  kommt mit  seinem  Leben  nicht  hinterher.

Marius Lauber ist 33, wirkt aber mit seinen kurzen braunen Haaren und seiner hellen  Haut  viel  jünger,  der  Pulli  hängt  an  seinem Oberkörper wie an einem Drahtbügel, die  Hose  schlackert.  Vor  ihm  auf  dem  Bild-schirm:  eine  Tabelle  mit  acht Kreuzen,  jedes hat seinen Traum vom neuen Leben beerdigt.  Ein  Kreuz,  eine  Absage,  von  Arbeit-gebern, bei denen er sich 2018 und 2019 beworben hat, Deutsche Bahn, Post, Amazon. Er  scrollt  weiter,  sucht  seinen  Lebenslauf, der Laptop brummt, er ist mit Panzer-tape  zusammengeklebt.  

„Du  willst  ja  irgendwann  mal  ein  normales  Leben“,  sagt er,  seine  Stimme  bricht  kurz,  „zum  Beispiel  eine  Freundin,  Kinder,  Urlaub.  Aber
all  das  kann  man  sich  nicht  leisten.“

Wenn  Lauber  „man“  sagt,  meint  er  sich selbst.  Es  fällt  ihm  schwer,  anderen  Menschen  in  die  Augen  zu  schauen.  Er  spricht leise,  ... wird  er  nur,  wenn  er  sich  ärgert. Und  das  passiert  vor  allem  dann,  wenn  es um  den  Sozialstaat  geht. 

„Dieses  System muss  sich  um  360  Grad  ändern“,  sagt Lauber.  Dass sich  dadurch  für  ihn  nichts ändern  würde  –  andere  Geschichte.

Für  den  Sozialstaat  ist  Marius Lauber eine Kombination  aus  zehn  Ziffern  und Buchstaben.  Einer  von  etwa  135.500  Menschen,  die  länger  als  fünf  Jahre  arbeitslos sind.  Einer,  der  an  einem  System  verzweifelt,  das  vor  bald  100 Jahren  etabliert  wurde, das 408 Jobcenter und 156 Arbeitsagenturen  umfasst  und  Menschen  wie  Lauber täglich  mit  Fragen konfrontiert:  Wie  viel Mühe  lohnt  sich,  um  jemandem  Arbeit, also auch  eine  Art Erfüllung zu  geben? Und wo  endet  die  Zuständigkeit  des  Staates, aus  jedem  Bürger  einen  Arbeitnehmer  zu machen?

Die Geschichte von Herrn Lauber ist noch nicht zu Ende. Sie können sie gern in der SZ zu Ende lesen - bei Interesse. Versprochen, es gibt ein Happy Ende. Es ist Ostern. Es ist keine Story des üblichen Terminjournalismus, Quatsch, hier hat sich ein Profi richtig Zeit genommen und das Leid eines Menschen niedergeschrieben. Mit sehr viel Mitgefühl und mitmenschliche Wärme für einen Menschen, der am System fast scheitern musste, weil das System nicht selbst regulierend systemische Fehler korrigiert. 

Sie finden unseren Vergleich mit dem Auto zu Beginn der Geschichte falsch? Herrlich. Sie sind noch immer ein Mensch geblieben. 

Gratulation. Sie brauchen nicht auf den Jakobsweg, um zum Menschsein zurück zu finden. 

Schöne Ostern











 

2. April 2021

Falscher Captain an Board

Nun, der deutsche Schriftsteller Daniel Kehlmann hat versucht, mit einem Algorithmus Kurz­geschichten zu schreiben, sagt er der renommierten "Süddeutschen Zeitung". Vergeblich. Er scheitert am Vorhaben, wofür er extra ins Sonnen verwöhnte Silikon Valley reiste. Erzählen funktioniere nun mal nicht über "statistisch erwartbare Sprachmuster", weil der Algorithmus die Erwartungen der Leser:innen nicht dramaturgisch berücksichtige. 

Ein Algorithmus setzt Inhalte aufgrund erwarteter Textbausteine zusammen, die mit Hilfe von Wahrscheinlichkeiten angeordnet werden - ohne dabei auf den dramaturgischen Aufbau beim Erzählen Rücksicht zu nehmen. 

Beispiel: Die Crew eines Traumschiffes, nennen wir es Surprize, startet in entfernten Weltraum. Auf dem Weg ins All wird auf dem Deck wild gefeiert zur Musik von Herrn Licht und Frau Abendrot. Jeder im Team erwartet etwas ganz Großartiges auf dem Weg nach oben - vom Algorithmus berechnet. Etwa einen atemberaubenden Blick auf den Erdball oder eine wunderbare Stille. Was die Crew nicht wissen kann, am Joystick ihres Raumschiffs sitzt nicht Captain BUlly, sondern ein ganz anderer, der sich ins virtuelle Textbausystem eingeschlichen hat und massenhaft vervielfältigt hat. 

Ok, noch nicht ganz langweilig, aber bereits jetzt wird Leser:in enttäuscht, weil sie eigentlich von einer Reise ins All träumt und mit dem Team dorthin unterwegs sein will. Und wenn der falsche Captain nun auch noch verkündet, dass gemeinsame Reise an dieser Stelle endgültig endet, weil die Flotte schadhaft ist, sie noch nicht einmal einen Flugschreiber besitzt und bei ihm selbst ein paar Schrauben locker sind, legt Leser:in Erzählung gelangweilt zurück und schenkt sich die Zeit für unglaubwürdige Traumreise. (sz)

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